Gegenprotest zum AfD-Bürgerdialog in Ettlingen

4. Februar 2026

Aus dem Aufruf:

„Die AfD Ettlingen lädt am 22. Februar zu einem Bürgerdialog im Kasino Ettlingen ein. Zu Gast sind Dominik Kaufner und Lena Kotré, beide Teil des faschistischen „Flügels“ um Höcke. Mit dabei ist ebenfalls Thomas Möckel aus Ettlingen, der gerne mal ein T-Shirt mit Reichsadler-Aufdruck trägt und sich mit jungen Nazis umgibt. Unter dem großen Titel „Remigration“ soll bei diesem Bürgerdialog Hass gegen Migrant:innen geschürt werden. Die Pläne der AfD, Menschen millionenfach abzuschieben, die nicht in ihre imaginäre „Volksgemeinschaft“ passen, ist spätestens seit der Correctiv-Recherche 2024 kein Geheimnis mehr. Und, falls das nicht genug ist, sagt Lena Kotré es selber ganz offen: „Wenn das Rassismus ist, dann ist es eben Rassismus, dann bin ich ein Rassist.“

Während Reallöhne sinken, die Mieten immer teurer werden und wir einen sozialen Kahlschlag erleben, versucht die AfD uns weiszumachen, dass die Menschen, die sowieso am wenigsten haben, die vor Krieg und Elend geflohen sind, das Problem sind. Das lassen wir nicht unwidersprochen! Kommt am 22. Februar um 14 Uhr mit uns vor das Kasino in Ettlingen und protestiert gemeinsam mit uns gegen rechte Hetze und für eine solidarische Gesellschaft!“

Sechs Jahre danach –SAY THEIR NAMES

4. Februar 2026


Aus dem Aufruf der Initiative 19. Februar

Jedes Jahr, jeden Monat nennen wir neun Namen – und meinen alle Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Wir gedenken aller. Und wir meinen alle. Seit sechs Jahren leben wir mit Schmerz und Wut. Sie sind Teil unseres Alltags geworden. Für die Angehörigen bedeutet Erinnern, die Geschichte immer wieder zu erzählen – so, wie sie geschehen ist. Gegen das Vergessen. Gegen die Verharmlosung. Gegen das Verdrehen der Wahrheit.

Ihre Namen sind eine Anklage. Sie fordern uns heraus, den rassistischen Normalzustand zu benennen und zu bekämpfen – im Alltag, in Behörden, in Politik, in Medien und in den Sicherheitsapparaten. Dort, wo weggesehen, relativiert und geschwiegen wird. Dort, wo Warnungen ignoriert und Betroffene nicht gehört werden.

Betroffenheit und Lippenbekenntnisse reichen nicht. Der Staat ist seiner Bringschuld nicht nachgekommen – bis heute nicht.

Ohne juristische Aufklärung und kritische Aufarbeitung bleibt alles, wie es immer war: Die Straflosigkeit in den Behörden geht weiter.

In einer Zeit, in der die Gefahr einer rechtsextremen Regierung real ist, sagen wir klar: Nie wieder ist jetzt.

Unsere Botschaft zum sechsten Jahrestag ist klar:
Erinnern heißt verändern.
Erinnern heißt handeln.
Erinnern heißt kämpfen.
Erinnern heißt, zusammenzukommen und aufeinander achtzugeben.

Darum rufen wir dazu auf, am 19. Februar gemeinsam zu erinnern und SAY THEIR NAMES überall sichtbar zu machen.

Marktplatz Karlsruhe, Beginn 18:00 Uhr
Gedenkkundgebung mit anschließender Demonstration

Erinnerungen an Hanna Meyer-Moses

4. Februar 2026

Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus Karlsruhe

Hanna Meyer-Moses wurde 1927 als Tochter des Rechtsanwalts Nathan Moses (1886 – 1944) und seiner Frau Betty Moses-Dreifuss (1889 – 1944) geboren. Bis 1931 lebte die Familie in Durlach, und anschließend in Karlsruhe.

Am 22. Oktober 1940 wurde Hanna Meyer-Moses gemeinsam mit ca. 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das französische Internierungs-lager Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert. Sie überlebte die unmenschlichen Bedingungen des Lageralltags und konnte später in die Schweiz fliehen.

Bis zu ihrem Tod 2024 engagierte sie sich als Zeitzeugin und klärte über die Verbrechen des Nazi-Regimes auf. Ihre Erfahrungen schrieb sie 2009 in dem Buch „Reise in die Vergangenheit: Eine Überlebende des Lagers Gurs erinnert sich an die Verfolgung während der NS-Diktatur“ nieder.

Ihr Sohn, Rolf Meyer, kümmert sich heute um das historische Vermächtnis seiner Mutter. Wie kein anderer kennt er ihr Leben und hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Zeitzeuge zweiter Generation ihre Geschichte weiterzugeben.

Antifaschistischer Widerstand in Karlsruhe

9. Januar 2026

Unmittelbar nach der Übertragung der Macht 1933 begann die NSDAP mit der Ausschaltung ihrer Gegner, insbesondere der organisierten Arbeiterbewegung als ihr Hauptfeind. Kommunist*innen und Sozialdemokrat*innen wurden in die Illegalität gedrängt und bauten dort Strukturen des Widerstands auf – doch gegen den Faschismus an der Macht ohne Erfolg! Bereits 1935/36 waren auch in Karlsruhe die letzten Widerstandsstrukturen zerschlagen. Gegen die totale polizeiliche Überwachung und Ausschaltung der sogenannten „Volksfeinde“ im umgewandelten bürgerlichen Staat, der für die Interessen von Kapital und für den Krieg jede Liberalität suspendierte, die antisemitische Ideologie zum Genozid radikalisierte, kam der Widerstand zu spät und zu uneins. Nach Kriegsbeginn 1939 gab es neuerliche Widerstandsversuche gegen den vollends entfesselten Faschismus; in Karlsruhe jedoch nicht mit der Bestimmtheit wie andernorts, z.B. in Mannheim. Neben der organisierten Arbeiterbewegung fanden sich nolens volens auch andere Gruppen in Gegnerschaft zum Nazi-Regime, z.B. die Zeugen Jehovas. Wieder andere zeigten individuelle Courage, folgten ihrem Gewissen und mussten erleben, dass ihr Denken und Handeln als „volksfeindlich“ oder „wehrzersetzend“ mit der Todesstrafe geahndet wurde. Der antifaschistische Widerstand war vielfältig. Dies war zugleich seine Stärke und seine Schwäche; denn es gelang nicht, diese Vielfalt im Kampf gegen den gemeinsamen Feind der Menschheit zu vereinen. Die gemeinsamen Erfahrungen und das geteilte Leid in den Zuchthäusern, Lagern und KZ führten mit der von den alliierten Mächten erzwungenen bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands zur Herausbildung eines antifaschistischen Grundkonsenses. Dieser hielt auch in Karlsruhe nur kurze Zeit bis zu den Anfängen des Kalten Krieges.
Obwohl der Widerstand gegen den Faschismus hierzulande nicht erfolgreich war, gilt es, ihn aufzuarbeiten und ihn zu erinnern. Die VVN-BdA ist sich ihrer historischen Wurzeln bewusst und leitet daraus ihr Selbstverständnis bis heute ab im Widersetzen gegen alte und neue Faschisten, gegen Kriegspolitik und Militarismus, gegen Sozial- und Demokratieabbau. Die VVN-BdA bleibt dem Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945 verpflichtet:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Der AfD entgegentreten für Vielfalt und gegen rechte Hetze

8. Januar 2026

Protestkundgebung des Netzwerks Karlsruhe gegen rechts am 14. Januar 2026 – vor der Badnerlandhalle in Neureut, ab 17:30 Uhr

Am 14.01.2025 will die AfD in Neureut eine Wahlkampfveranstaltung unter dem Titel „Das große Gipfeltreffen unserer Ministerpräsidenten-Kandidaten“ mit Markus Frohnmaier (für Baden-Württemberg) und Ulrich Siegmund (für Sachsen-Anhalt) durchführen. 

Die AfD ist der parlamentarische Arm eines vielschichtigen rechten Netzwerks. Das zeigte die „Correctiv-Recherche“ von vor zwei Jahren, die öffentlich gemacht hat, dass sich AfD-Politiker:innen, Nazis, Mitglieder der „Werteunion“ und Unternehmer:innen getroffen haben, um einen Plan zu schmieden, Menschen mit Migrationshintergrund massenhaft zu deportieren. Siegmund war Teilnehmer dieses Treffens. Dort wurde über den Masterplan zur praktischen Umsetzung der Rückführung von Millionen von Asylbewerbern, Ausländern mit Bleiberecht und „nicht-assimilierten“ (deutschen) Staatsbürgern aus Deutschland gesprochen (sogenannte Remigration). Siegmund soll dort um Direktspenden zur Wahlfinanzierung geworben haben. Auch gab er in einem Interview in einem Podcast des Portals „Politico“ auf die Frage, ob die NS-Zeit „das schlimmste der Menschheit“ sei an, er maße sich das nicht an zu bewerten, da er „die gesamte Menschheit nicht aufarbeiten“ könne und „aus allen Verbrechen dieser Menschheit natürlich lernen“ müsse.

Auch Markus Frohnmaier, der Kandidat für Baden Württemberg, hat enge Kontakte zur rechtsradikalen Szene und zur islamfeindlichen German Defence League. Er befürwortet öffentlich eine massive Ungleichbehandlung und kategorische Vorverdächtigung von Flüchtlingen und will internationale Allianzen schmieden, um einem AfD-Verbotsverfahren internationalen Druck entgegensetzen zu können.

Es zeigt sich also ganz deutlich, welche Kandidaten bei der AfD zur Wahl stehen. Doch wie uns die jüngste Vergangenheit gelehrt hat, können wir uns nicht auf die vermeintlichen Brandmauern der Parteien verlassen, sondern müssen selber aktiv werden. Parteien haben bereits gemeinsam mit ihnen gestimmt; in Fragen von Flüchtlingen und Migration gibt es derzeit nur eine Richtung: hin zu Positionen der AfD, die dafür bereits applaudiert. Die gesellschaftlichen Krisen lassen „Lösungen“ mit einer Mischung neoliberaler, nationalistischer, kriegshetzerischer und staatsautoritärer Maßnahmen befürchten. Das passt zur AfD-Programmatik und spielt ihr zugleich in die Hände. Es ist wichtig, diese Probleme grundlegend anzugehen, um der AfD den Boden zu entziehen.

Das Netzwerk gegen rechts will dafür sorgen, es der AfD in Neureut wieder so ungemütlich wie möglich zu machen. Unser Protest will ihnen den Raum streitig machen. Wir machen Krach, Sie sollen hören, dass sie nicht willkommen sind.

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus

17. November 2025

Das Programm gibt es hier.

Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

19. Oktober 2025

Nie wieder kriegstüchtig! Bundesweite Friedensdemo in Stuttgart!

19. September 2025

Gemeinsame Anfahrt mit dem Friedensbündnis Karlsruhe: Treffpunkt um 11:15 Uhr in der Bahnhofshalle Hbf Karlsruhe (RE1 11:32 Uhr).

Antikriegstag 2025

20. August 2025

80 Jahre Hiroshima – Frieden statt Atomwaffen

22. Juli 2025

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