Buchvorstellung und Diskussion mit Prof. (em.) Jörg Arnold
Ettlingen Scheune der Diakonie, Mittwoch, 8.4.2026, 18:30 Uhr, Pforzheimer Str. 31, 76275 Ettlingen
Das Kriegsgeschrei nimmt zu. Ein Gefühl von Macht- und Orientierungslosigkeit breitet sich aus. Aber Gegenwehr ist möglich – indem man das Völkerrecht beim Wort nimmt, das Frieden gebietet und Krieg als Mittel der Politik verbietet. Vom Friedensgebot des Grundgesetzes und dem Gewaltverbot des Völkerrechts haben sich die Regierenden längst verabschiedet. Statt vom Völkerrecht ist jetzt die Rede von einer «regelbasiertenOrdnung». Aus der «regelbasierten» wird eine «wertebasierte Ordnung», um sich nicht an die Forderungen des Völkerrechts halten zu müssen. Und so wird «Kriegstüchtigkeit» als Weg zum Frieden gefordert. Doch das ist die Absage an die Friedenstüchtigkeit. Prof. Dr. Jörg Arnold kritisiert die Verwahrlosung des Völkerrechts und plädiert für einen Frieden auf der Basis des Rechts: Wer Frieden will, der muss das Völkerrecht achten. Denn das Völkerrecht ist ein Instrument, das Frieden schafft und sichert. Hierin besteht die Hoffnung auf Frieden.
Jörg Arnold ist emeritierter Professor für ausländisches und internationales Strafrecht der Universität Freiburg und Honorarprofessor in Münster.
Eine Veranstaltung des Ettlinger Bündnisses gegen Rassismus und Neonazis und der Rosa-Luxemberg-Stiftung Baden-Württemberg
Mit einer eindringlichen Gedenkveranstaltung hat die VVN-BdA am 29.03.2026 im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus an das Leben der Karlsruher Holocaust-Überlebenden Hanna Meyer-Moses (1927-2024) erinnert. Ihr Sohn Rolf Meyer schilderte im Stadtkloster St. Franziskus die Verfolgungsgeschichte seiner Familie.
Anhand der Erinnerungen seiner Mutter schilderte Meyer, wie schleichend die Ausgrenzung jüdischer Menschen begann. Bereits Anfang der 1930er-Jahre wurden jüdische Familien durch Kündigungen aus ihren Wohnungen gedrängt um Häuser „judenfrei“ zu machen. In der Schule erlebte Hanna Meyer-Moses früh Diskriminierung: Jüdische Kinder wurden von der Regelschule ausgeschlossen, Lehrer traten in SA-Uniform auf. Mit den Nürnberger Rassegesetzen wurde diese Diskriminierung ab 1935 gesetzlich verankert. Ein prägendes Erlebnis war die Reichspogromnacht 1938, als die 11-jährige Hanna auf dem Weg zur Schule die brennende Synagoge in der Kronenstraße erblickte und wieder heimgeschickt wurde.
Am 22. Oktober 1940 wurde die Familie in das französische Internierungslager Gurs deportiert. Bereits 1941 ergab sich für Hanna und ihre Schwester Susanne die Möglichkeit über das jüdische „Hilfswerk zur Rettung der Kinder“ (OSE) aus dem Lager heraus in ein Waisenhaus gebracht wurden. Sie ahnten nicht, dass sie ihre Eltern nie mehr wiedersehen würden. Die Mutter Betty wurde in Auschwitz ermordet; der Vater Nathan nahm sich zuvor selbst das Leben. Vom Waisenhaus wurden sie in das Kinderheim Château du Couret gebracht, von wo aus sie Ende 1942/Anfang 1943 unterstützt durch ein breites zivilgesellschaftlichen Netzwerk die Flucht in die Schweiz antraten. Ohne diese organisierte Solidarität hätten Hanna, Susanne und unzählige andere jüdische Kinder den Holocaust nicht überlebt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Widerstands gegen das NS-Regime gewesen.
1986 betrat Hanna Meyer-Moses zum ersten Mal nach ihrer Deportation wieder Deutschland und besuchte ihre Heimatstadt Karlsruhe. Im Rathaus der Stadt legte sie den Vorzimmerdamen des Oberbürgermeisters ihre deutsche Kennkarte mit dem „J“ für Jude auf den Tisch und forderte, das Stadtoberhaupt sprechen zu können. Sie erhielt sofort ein Gespräch mit dem damaligen stellvertretenden Bürgermeister Gerhard Seiler. Dies war der Beginn für Hanna Meyer-Moses als Zeitzeugin aktiv Aufklärungsarbeit zu leisten und 2009 ihr Buch zu veröffentlichen.
Die Geschichte von Hanna Meyer-Moses beschreibt nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern steht beispielhaft für die Entwicklung von schrittweiser Ausgrenzung hin zur systematischen Vernichtung. Zugleich zeigt sie, wie wichtig mutiges Handeln und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten der Verfolgung sind. Die Erinnerung an Hanna Meyer-Moses bleibt damit Mahnung und Auftrag, Ausgrenzung früh entgegenzutreten und solidarische Strukturen zu stärken. Dies ist gerade in unserer Zeit, in der rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalt massiv zunehmen ein wichtiges Signal.
Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Helga Betsarkis am Akkordeon.
Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus Karlsruhe
Hanna Meyer-Moses wurde 1927 als Tochter des Rechtsanwalts Nathan Moses (1886 – 1944) und seiner Frau Betty Moses-Dreifuss (1889 – 1944) geboren. Bis 1931 lebte die Familie in Durlach, und anschließend in Karlsruhe.
Am 22. Oktober 1940 wurde Hanna Meyer-Moses gemeinsam mit ca. 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das französische Internierungs-lager Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert. Sie überlebte die unmenschlichen Bedingungen des Lageralltags und konnte später in die Schweiz fliehen.
Bis zu ihrem Tod 2024 engagierte sie sich als Zeitzeugin und klärte über die Verbrechen des Nazi-Regimes auf. Ihre Erfahrungen schrieb sie 2009 in dem Buch „Reise in die Vergangenheit: Eine Überlebende des Lagers Gurs erinnert sich an die Verfolgung während der NS-Diktatur“ nieder.
Ihr Sohn, Rolf Meyer, kümmert sich heute um das historische Vermächtnis seiner Mutter. Wie kein anderer kennt er ihr Leben und hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Zeitzeuge zweiter Generation ihre Geschichte weiterzugeben.
Vor 90 Jahren wurde die Gründung der Internationalen Brigaden beschlossen. 35.000 Freiwillige kämpften auf Seiten der Spanischen Republik gegen die von Deutschland und Italien unterstützten Franquisten.
Mit dem Putsch von Teilen der Armee unter der Führung Francisco Francos am 17./18. Juli 1936 begann der Krieg gegen die seit 1931 existierende Zweite Spanische Republik. Die Auseinandersetzung, in die Nazideutschland und das faschistische Italien massiv auf Seiten der Franquisten eingriffen, während zugleich Tausende internationale Freiwillige in den Reihen der republikanischen Armee kämpften, endete im April 1939 mit dem Sieg Francos. Dessen Diktatur konnte sich anschließend, wiederum mit internationaler Unterstützung, bis 1977 halten.
Ein Freiwilliger der Freiheit war Fritz Birk, der in Ettlingen geboren wurde. Er kämpfte von 1936 bis 1938 in den Internationalen Brigaden für die Verteidigung der Spanischen Republik.
Mit Entsetzen erleben wir eine Welt voller grausamer Kriege nicht nur in der Ukraine, sondern in vielen Teilen der Welt.
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten gehört zu den Bewegungen unseres Landes, die von Anfang an mahnten und in Aktion traten, wenn es um Frieden und gegen Kriegsgefahren ging. Die Antifaschist*innen handeln entsprechend dem Schwur der Häftlinge von Buchenwald: „Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Wir rufen in diesem Jahr besonders dringlich dazu auf, Ostermärsche und andere Aktivitäten für den Frieden zu unterstützen. Dabei arbeiten wir nicht mit rechten Kräften, wie beispielsweise AfD und Basis, zusammen.
Wir setzen uns ein für globale Abrüstung auf allen Seiten, eine Wiederbelebung der Politik der gegenseitigen Sicherheit nach dem Vorbild des Helsinki-Prozesses, der die Zusammenarbeit europäischer Staaten in der OSZE hervorbrachte.
Wir fordern:
• Keine Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland! • Keine neue Wehrpflicht! Für das uneingeschränkte Recht auf Kriegsdienstverweigerung. • Kein Profit mit dem Krieg! Nein zu allen Waffenlieferungen. • Abrüsten statt Aufrüsten! Investitionen in Soziales statt Kriegswirtschaft. • Asylrecht ist Menschenrecht! Aufnahme von Kriegsflüchtlingen. Asyl für Deserteurinnen und Kriegsdienstverweigerinnen! • Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der Vereinten Nationen durch die BRD. • Für die Stärke des Rechts – gegen das Recht des Stärkeren! Das Völkerrecht verteidigen. Für ein Menschenrecht auf Frieden. • Dialog, Wiederaufnahme von Verhandlungen über (atomare) Abrüstung! • Initiative für eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur in Europa!
»Schafft Rote Hilfe!«, »Helft!«, »Solidarität organisieren!«: Slogans wie auch Logos änderten sich in der über hundertjährigen Geschichte der Roten Hilfe. Unverändert blieb die Praxis der Unterstützung linker Aktivistinnen und Aktivisten gegenüber staatlicher Repression – finanziell, juristisch und durch Öffentlichkeitsarbeit. Die Veranstaltung skizziert die Solidaritätsarbeit der Rote-Hilfe-Organisationen von den Anfängen bis heute.
Silke Makowski ist im Vorstand des Hans-Litten-Archivs, das sich der Geschichte von Solidaritätsorganisationen widmet und in der VVN-BdA.
Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus Karlsruhe
Hanna Meyer-Moses wurde 1927 als Tochter des Rechtsanwalts Nathan Moses (1886 – 1944) und seiner Frau Betty Moses-Dreifuss (1889 – 1944) geboren. Bis 1931 lebte die Familie in Durlach, und anschließend in Karlsruhe.
Am 22. Oktober 1940 wurde Hanna Meyer-Moses gemeinsam mit ca. 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das französische Internierungs-lager Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert. Sie überlebte die unmenschlichen Bedingungen des Lageralltags und konnte später in die Schweiz fliehen.
Bis zu ihrem Tod 2024 engagierte sie sich als Zeitzeugin und klärte über die Verbrechen des Nazi-Regimes auf. Ihre Erfahrungen schrieb sie 2009 in dem Buch „Reise in die Vergangenheit: Eine Überlebende des Lagers Gurs erinnert sich an die Verfolgung während der NS-Diktatur“ nieder.
Ihr Sohn, Rolf Meyer, kümmert sich heute um das historische Vermächtnis seiner Mutter. Wie kein anderer kennt er ihr Leben und hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Zeitzeuge zweiter Generation ihre Geschichte weiterzugeben.
„Die AfD Ettlingen lädt am 22. Februar zu einem Bürgerdialog im Kasino Ettlingen ein. Zu Gast sind Dominik Kaufner und Lena Kotré, beide Teil des faschistischen „Flügels“ um Höcke. Mit dabei ist ebenfalls Thomas Möckel aus Ettlingen, der gerne mal ein T-Shirt mit Reichsadler-Aufdruck trägt und sich mit jungen Nazis umgibt. Unter dem großen Titel „Remigration“ soll bei diesem Bürgerdialog Hass gegen Migrant:innen geschürt werden. Die Pläne der AfD, Menschen millionenfach abzuschieben, die nicht in ihre imaginäre „Volksgemeinschaft“ passen, ist spätestens seit der Correctiv-Recherche 2024 kein Geheimnis mehr. Und, falls das nicht genug ist, sagt Lena Kotré es selber ganz offen: „Wenn das Rassismus ist, dann ist es eben Rassismus, dann bin ich ein Rassist.“
Während Reallöhne sinken, die Mieten immer teurer werden und wir einen sozialen Kahlschlag erleben, versucht die AfD uns weiszumachen, dass die Menschen, die sowieso am wenigsten haben, die vor Krieg und Elend geflohen sind, das Problem sind. Das lassen wir nicht unwidersprochen! Kommt am 22. Februar um 14 Uhr mit uns vor das Kasino in Ettlingen und protestiert gemeinsam mit uns gegen rechte Hetze und für eine solidarische Gesellschaft!“