Antifaschistischer Widerstand in Karlsruhe

9. Januar 2026

Unmittelbar nach der Übertragung der Macht 1933 begann die NSDAP mit der Ausschaltung ihrer Gegner, insbesondere der organisierten Arbeiterbewegung als ihr Hauptfeind. Kommunist*innen und Sozialdemokrat*innen wurden in die Illegalität gedrängt und bauten dort Strukturen des Widerstands auf – doch gegen den Faschismus an der Macht ohne Erfolg! Bereits 1935/36 waren auch in Karlsruhe die letzten Widerstandsstrukturen zerschlagen. Gegen die totale polizeiliche Überwachung und Ausschaltung der sogenannten „Volksfeinde“ im umgewandelten bürgerlichen Staat, der für die Interessen von Kapital und für den Krieg jede Liberalität suspendierte, die antisemitische Ideologie zum Genozid radikalisierte, kam der Widerstand zu spät und zu uneins. Nach Kriegsbeginn 1939 gab es neuerliche Widerstandsversuche gegen den vollends entfesselten Faschismus; in Karlsruhe jedoch nicht mit der Bestimmtheit wie andernorts, z.B. in Mannheim. Neben der organisierten Arbeiterbewegung fanden sich nolens volens auch andere Gruppen in Gegnerschaft zum Nazi-Regime, z.B. die Zeugen Jehovas. Wieder andere zeigten individuelle Courage, folgten ihrem Gewissen und mussten erleben, dass ihr Denken und Handeln als „volksfeindlich“ oder „wehrzersetzend“ mit der Todesstrafe geahndet wurde. Der antifaschistische Widerstand war vielfältig. Dies war zugleich seine Stärke und seine Schwäche; denn es gelang nicht, diese Vielfalt im Kampf gegen den gemeinsamen Feind der Menschheit zu vereinen. Die gemeinsamen Erfahrungen und das geteilte Leid in den Zuchthäusern, Lagern und KZ führten mit der von den alliierten Mächten erzwungenen bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands zur Herausbildung eines antifaschistischen Grundkonsenses. Dieser hielt auch in Karlsruhe nur kurze Zeit bis zu den Anfängen des Kalten Krieges.
Obwohl der Widerstand gegen den Faschismus hierzulande nicht erfolgreich war, gilt es, ihn aufzuarbeiten und ihn zu erinnern. Die VVN-BdA ist sich ihrer historischen Wurzeln bewusst und leitet daraus ihr Selbstverständnis bis heute ab im Widersetzen gegen alte und neue Faschisten, gegen Kriegspolitik und Militarismus, gegen Sozial- und Demokratieabbau. Die VVN-BdA bleibt dem Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945 verpflichtet:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“