Sechs Jahre danach –SAY THEIR NAMES

4. Februar 2026


Aus dem Aufruf der Initiative 19. Februar

Jedes Jahr, jeden Monat nennen wir neun Namen – und meinen alle Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Wir gedenken aller. Und wir meinen alle. Seit sechs Jahren leben wir mit Schmerz und Wut. Sie sind Teil unseres Alltags geworden. Für die Angehörigen bedeutet Erinnern, die Geschichte immer wieder zu erzählen – so, wie sie geschehen ist. Gegen das Vergessen. Gegen die Verharmlosung. Gegen das Verdrehen der Wahrheit.

Ihre Namen sind eine Anklage. Sie fordern uns heraus, den rassistischen Normalzustand zu benennen und zu bekämpfen – im Alltag, in Behörden, in Politik, in Medien und in den Sicherheitsapparaten. Dort, wo weggesehen, relativiert und geschwiegen wird. Dort, wo Warnungen ignoriert und Betroffene nicht gehört werden.

Betroffenheit und Lippenbekenntnisse reichen nicht. Der Staat ist seiner Bringschuld nicht nachgekommen – bis heute nicht.

Ohne juristische Aufklärung und kritische Aufarbeitung bleibt alles, wie es immer war: Die Straflosigkeit in den Behörden geht weiter.

In einer Zeit, in der die Gefahr einer rechtsextremen Regierung real ist, sagen wir klar: Nie wieder ist jetzt.

Unsere Botschaft zum sechsten Jahrestag ist klar:
Erinnern heißt verändern.
Erinnern heißt handeln.
Erinnern heißt kämpfen.
Erinnern heißt, zusammenzukommen und aufeinander achtzugeben.

Darum rufen wir dazu auf, am 19. Februar gemeinsam zu erinnern und SAY THEIR NAMES überall sichtbar zu machen.

Marktplatz Karlsruhe, Beginn 18:00 Uhr
Gedenkkundgebung mit anschließender Demonstration