Erinnerungen an Hanna Meyer-Moses

29. Januar 2026

Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus Karlsruhe

Hanna Meyer-Moses wurde 1927 als Tochter des Rechtsanwalts Nathan Moses (1886 – 1944) und seiner Frau Betty Moses-Dreifuss (1889 – 1944) geboren. Bis 1931 lebte die Familie in Durlach, und anschließend in Karlsruhe.

Am 22. Oktober 1940 wurde Hanna Meyer-Moses gemeinsam mit ca. 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das französische Internierungs-lager Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert. Sie überlebte die unmenschlichen Bedingungen des Lageralltags und konnte später in die Schweiz fliehen.

Bis zu ihrem Tod 2024 engagierte sie sich als Zeitzeugin und klärte über die Verbrechen des Nazi-Regimes auf. Ihre Erfahrungen schrieb sie 2009 in dem Buch „Reise in die Vergangenheit: Eine Überlebende des Lagers Gurs erinnert sich an die Verfolgung während der NS-Diktatur“ nieder.

Ihr Sohn, Rolf Meyer, kümmert sich heute um das historische Vermächtnis seiner Mutter. Wie kein anderer kennt er ihr Leben und hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Zeitzeuge zweiter Generation ihre Geschichte weiterzugeben.

Antifaschistischer Widerstand in Karlsruhe

9. Januar 2026

Unmittelbar nach der Übertragung der Macht 1933 begann die NSDAP mit der Ausschaltung ihrer Gegner, insbesondere der organisierten Arbeiterbewegung als ihr Hauptfeind. Kommunist*innen und Sozialdemokrat*innen wurden in die Illegalität gedrängt und bauten dort Strukturen des Widerstands auf – doch gegen den Faschismus an der Macht ohne Erfolg! Bereits 1935/36 waren auch in Karlsruhe die letzten Widerstandsstrukturen zerschlagen. Gegen die totale polizeiliche Überwachung und Ausschaltung der sogenannten „Volksfeinde“ im umgewandelten bürgerlichen Staat, der für die Interessen von Kapital und für den Krieg jede Liberalität suspendierte, die antisemitische Ideologie zum Genozid radikalisierte, kam der Widerstand zu spät und zu uneins. Nach Kriegsbeginn 1939 gab es neuerliche Widerstandsversuche gegen den vollends entfesselten Faschismus; in Karlsruhe jedoch nicht mit der Bestimmtheit wie andernorts, z.B. in Mannheim. Neben der organisierten Arbeiterbewegung fanden sich nolens volens auch andere Gruppen in Gegnerschaft zum Nazi-Regime, z.B. die Zeugen Jehovas. Wieder andere zeigten individuelle Courage, folgten ihrem Gewissen und mussten erleben, dass ihr Denken und Handeln als „volksfeindlich“ oder „wehrzersetzend“ mit der Todesstrafe geahndet wurde. Der antifaschistische Widerstand war vielfältig. Dies war zugleich seine Stärke und seine Schwäche; denn es gelang nicht, diese Vielfalt im Kampf gegen den gemeinsamen Feind der Menschheit zu vereinen. Die gemeinsamen Erfahrungen und das geteilte Leid in den Zuchthäusern, Lagern und KZ führten mit der von den alliierten Mächten erzwungenen bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands zur Herausbildung eines antifaschistischen Grundkonsenses. Dieser hielt auch in Karlsruhe nur kurze Zeit bis zu den Anfängen des Kalten Krieges.
Obwohl der Widerstand gegen den Faschismus hierzulande nicht erfolgreich war, gilt es, ihn aufzuarbeiten und ihn zu erinnern. Die VVN-BdA ist sich ihrer historischen Wurzeln bewusst und leitet daraus ihr Selbstverständnis bis heute ab im Widersetzen gegen alte und neue Faschisten, gegen Kriegspolitik und Militarismus, gegen Sozial- und Demokratieabbau. Die VVN-BdA bleibt dem Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945 verpflichtet:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Der AfD entgegentreten für Vielfalt und gegen rechte Hetze

8. Januar 2026

Protestkundgebung des Netzwerks Karlsruhe gegen rechts am 14. Januar 2026 – vor der Badnerlandhalle in Neureut, ab 17:30 Uhr

Am 14.01.2025 will die AfD in Neureut eine Wahlkampfveranstaltung unter dem Titel „Das große Gipfeltreffen unserer Ministerpräsidenten-Kandidaten“ mit Markus Frohnmaier (für Baden-Württemberg) und Ulrich Siegmund (für Sachsen-Anhalt) durchführen. 

Die AfD ist der parlamentarische Arm eines vielschichtigen rechten Netzwerks. Das zeigte die „Correctiv-Recherche“ von vor zwei Jahren, die öffentlich gemacht hat, dass sich AfD-Politiker:innen, Nazis, Mitglieder der „Werteunion“ und Unternehmer:innen getroffen haben, um einen Plan zu schmieden, Menschen mit Migrationshintergrund massenhaft zu deportieren. Siegmund war Teilnehmer dieses Treffens. Dort wurde über den Masterplan zur praktischen Umsetzung der Rückführung von Millionen von Asylbewerbern, Ausländern mit Bleiberecht und „nicht-assimilierten“ (deutschen) Staatsbürgern aus Deutschland gesprochen (sogenannte Remigration). Siegmund soll dort um Direktspenden zur Wahlfinanzierung geworben haben. Auch gab er in einem Interview in einem Podcast des Portals „Politico“ auf die Frage, ob die NS-Zeit „das schlimmste der Menschheit“ sei an, er maße sich das nicht an zu bewerten, da er „die gesamte Menschheit nicht aufarbeiten“ könne und „aus allen Verbrechen dieser Menschheit natürlich lernen“ müsse.

Auch Markus Frohnmaier, der Kandidat für Baden Württemberg, hat enge Kontakte zur rechtsradikalen Szene und zur islamfeindlichen German Defence League. Er befürwortet öffentlich eine massive Ungleichbehandlung und kategorische Vorverdächtigung von Flüchtlingen und will internationale Allianzen schmieden, um einem AfD-Verbotsverfahren internationalen Druck entgegensetzen zu können.

Es zeigt sich also ganz deutlich, welche Kandidaten bei der AfD zur Wahl stehen. Doch wie uns die jüngste Vergangenheit gelehrt hat, können wir uns nicht auf die vermeintlichen Brandmauern der Parteien verlassen, sondern müssen selber aktiv werden. Parteien haben bereits gemeinsam mit ihnen gestimmt; in Fragen von Flüchtlingen und Migration gibt es derzeit nur eine Richtung: hin zu Positionen der AfD, die dafür bereits applaudiert. Die gesellschaftlichen Krisen lassen „Lösungen“ mit einer Mischung neoliberaler, nationalistischer, kriegshetzerischer und staatsautoritärer Maßnahmen befürchten. Das passt zur AfD-Programmatik und spielt ihr zugleich in die Hände. Es ist wichtig, diese Probleme grundlegend anzugehen, um der AfD den Boden zu entziehen.

Das Netzwerk gegen rechts will dafür sorgen, es der AfD in Neureut wieder so ungemütlich wie möglich zu machen. Unser Protest will ihnen den Raum streitig machen. Wir machen Krach, Sie sollen hören, dass sie nicht willkommen sind.

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus

17. November 2025

Das Programm gibt es hier.

Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

19. Oktober 2025

Nie wieder kriegstüchtig! Bundesweite Friedensdemo in Stuttgart!

19. September 2025

Gemeinsame Anfahrt mit dem Friedensbündnis Karlsruhe: Treffpunkt um 11:15 Uhr in der Bahnhofshalle Hbf Karlsruhe (RE1 11:32 Uhr).

Antikriegstag 2025

20. August 2025

80 Jahre Hiroshima – Frieden statt Atomwaffen

22. Juli 2025

Gegen die Kürzungspolitik der Stadt

8. Juli 2025

Reichsbürgeraufmarsch verhindern!

8. Juli 2025

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