Geschichte zweier Trauerfeierlichkeiten – Einladung zum Totensonntag

11. November 2014

Pressemitteilung der VVN-BdA Karlsruhe, 10.11.2014

Nach der Befreiung 1945 wurde in alle Besatzungszonen in Ost und West gemeinsam von allen politischen und religiösen Gruppen und Organisationen der zweite Sonntag im September als „Gedenktag für die Opfer des Faschismus“ (OdF-Tag) begangen. Der erste war am 15. September 1946 (siehe Aufruf in BNN vom 15.09.1946).

In Westdeutschland fiel der OdF-Tag schnell dem Kalten Krieg zum Opfer. Ab 1952 wurde stattdessen der Volkstrauertag zum zentralen Gedenktag in der Bundesrepublik. Die Opfer des Faschismus wurden nur noch als Teil des Gedenkens an alle Toten von Krieg und Gewaltherrschaft wahrgenommen. Opfern und Tätern sollte gleichermaßen gedacht werden. Alle Verfolgten-Organisationen inkl. der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) konnten das angesichts der unvorstellbaren Verbrechen des deutschen Faschismus nicht akzeptieren. In Karlsruhe wurde der OdF-Tag auf den Totensonntag verlegt und seither regelmäßig gefeiert. Später war es üblich geworden, dass am Volkstrauertag die Bundeswehr teilnahm und rechte Burschenschaften wie militaristische Vereine Kränze niederlegten. Dagegen gab es berechtigte Protestaktionen, die inzwischen eingeschlafen sind.

Die VVN-Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) machte das Gedenken an die Opfer des Faschismus am Totensonntag in Karlsruhe zu einen ihrer wichtigsten Erinnerungs- und Aufklärungsaktivitäten.

Am 23. November 2014 sprechen auf dem Hauptfriedhof Prof. Dr. Heinrich Fink (Ehrenvorsitzender der VVN-BdA), Dieter Bürk (DGB-Kreisvorsitzender) sowie Gerhard und Brigitte Brändle (Forschung zum Widerstand in Nordbaden und zur Résistance in Frankreich). Treffpunkt 10.45 Uhr vor dem Eingang des Hauptfriedhofs Karlsruhe.

Alle AntifaschistInnen, FriedensfreundInnen, DemokratInnen und demokratischen Organisationen sind herzlich eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen
Jens Kany und Tanja Kluth
SprecherInnen der Kreisvereinigung Karlsruhe